Die makroökonomische Landschaft: Ein Monat voller Turbulenzen
Der April 2026 hat sich in den letzten Jahren als einer der volatilsten Zeiträume für die globale Aluminiumindustrie erwiesen. Der Markt stand weiterhin stark unter dem Einfluss systemischer Versorgungsrisiken, die vor allem auf die eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zurückzuführen waren. Als strategischer Rohstoff reagierten die Aluminiumpreise scharf auf die Instabilität rund um die Straße von Hormus, einem kritischen Transitpunkt für etwa 9 % des weltweiten Primäraluminiumangebots.
Logistische Störungen haben den Preisdruck verstärkt. Da die Schifffahrtsrouten im Roten Meer nach wie vor gefährlich sind, hat die Notwendigkeit, Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung umzuleiten, zu einem Anstieg der Containerfrachtraten um 60–70 % geführt. Für den internationalen Handel hat dies zu erheblichen Verlängerungen der Vorlaufzeiten geführt, die oft drei bis fünf Wochen betragen, was die Hersteller dazu zwingt, ihre „Just{5}}in{6}}Beschaffungsstrategien zu überdenken.
Die Divergenz zwischen internationalen und chinesischen Inlandspreisen war ein bestimmendes Merkmal des April-Marktes.
LME-Aluminiumpreis
Der Monat begann bei 3.583,50 $/t und zeigte einen starken Aufwärtstrend, der durch Energieprämien und Versorgungsängste angetrieben wurde. Die Preise stiegen zur Monatsmitte über die Marke von 3.600 $ und erreichten am 24. April einen Höchststand von 3.685 $/mt. Trotz einer leichten Abkühlung gegen Ende des Monats aufgrund eines stärker werdenden US-Dollars blieb der LME-Durchschnitt mit etwa 3.604 $/mt hoch.
SMM-Aluminiumpreis
Der chinesische Inlandsmarkt zeigte sich relativ widerstandsfähig, konnte sich jedoch nicht vollständig von den globalen Trends abkoppeln. Der SMM-Aluminiumpreis erreichte am 17. April einen Höchststand von 25.140 RMB/mt. Im Gegensatz zur LME stieß der SMM-Preis jedoch auf Widerstand durch vorsichtige nachgelagerte Käufe und schloss den Monat schließlich bei 24.390 RMB/mt, da die inländischen Lagerbestände im Vergleich zu den kritisch niedrigen Lagerbeständen in den LME-Lagerhäusern hoch blieben.
Unterbrechungen der Lieferkette: Wichtige Hersteller-Updates
Die Volatilität des Aluminiumpreises steht in direktem Zusammenhang mit Produktionsbeschränkungen an mehreren globalen Drehkreuzen. Im April meldete Emirates Global Aluminium (EGA) Teilabschaltungen in seinem Werk in Al Taweelah aufgrund von Kraftwerksschäden. Auch Aluminium Bahrain (Alba) war mit Rohstoffengpässen konfrontiert, insbesondere bei Aluminiumoxid, was zu einer Reduzierung der Betriebskapazität um fast 19 % führte. Darüber hinaus hat die Schließung der Mozal-Hütte in Mosambik (0,57 Millionen Tonnen Kapazität) dazu geführt, dass der europäische Markt mit einem erheblichen Angebotsdefizit zu kämpfen hat, das bis zum Jahresende voraussichtlich über 2 Millionen Tonnen erreichen wird.

Ausblick Mai 2026: Strategische Beschaffungsberatung
Zu Beginn des Monats Mai wird der Markt voraussichtlich in einem Zustand mit „hoher-Volatilität, niedrigem-Bestand“ bleiben. Während ein starker US-Dollar einige Gewinne begrenzen könnte, deutet die strukturelle Fragilität der Lieferkette darauf hin, dass die Aluminiumpreise starke Unterstützung finden werden.


